Ich war da

26. Kalbacher Klapperschlange
9. November 2013
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Sympathisch.
Mein erster Gedanke, als ich die Stufen zur alten Turnhalle hinaufgehe. In Kalbach, einem Stadtteil an Frankfurts nördlichem Rand. Einem Stadtteil, der sich einen liebenswerten ländlichen Charme bewahrt hat. Und hier würde heute zum 26. Mal die Kalbacher Klapperschlange verliehen werden. Der erste Kinderbuchpreis in Deutschland, der seit 1988 jährlich ausschließlich von Kindern vergeben wird. Organisiert vom Kinderverein Kalbach e. V. und initiiert von der Autorin Regina Rusch.
Die Halle gefüllt mit Kindern und Erwachsenen. Verkauf gebrauchter Bücher und Spiel-und-Lese-Wundertüten für einen Euro. Eine Bastelecke. Bücherausstellung und Verkauf organisiert von der Buchhandlung Tatzelwurm.

Angenehm.
Die Abwesenheit des typischen Bohnerwachsgeruchs älterer Schulgemäuer. Es duftet nach Kaffee, frisch gebackenem Kuchen und gedruckten Büchern. Die perfekte Mischung!

Beeindruckend.
Die Anzahl der Besucher. Jeder scheint jeden zu kennen. Und nahezu jeder scheint hier für irgendwas verantwortlich zu sein. Dazu Kinder, die, wenn sie nicht Apfelschorle und Limonade verkaufen, sich um die ausgestellten Bücher drängen und nicht wenige, die gleich an Ort und Stelle darin versinken.
Ich nehme den Gedanken mit nach Hause: So geht Leseförderung!

Herzerwärmend.
Die offizielle Vorstellung der Juroren. Nicht alle sind anwesend. Aber viele. Zu Beginn der Verleihung werden sie auf die Bühne gebeten. Die Namen aller werden verlesen. Inklusive der Anzahl der jeweils beurteilten Bücher. Beim Anblick der stolzen Kindergesichter geht mir das Herz auf.
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Hungrig.
Lesehungrig muss man wohl sein, denn Voraussetzung zur Teilnahme ist, mindestens fünf aus 60 nominierten Büchern zu lesen und innerhalb eines eingegrenzten Zeitraums zu beurteilen. Nach oben hin sind keine Grenzen gesetzt. Die Spitze der Vielleser führen in diesem Jahr Patrizia Maus und Jasmin Riesner mit je21 Büchern an. Respekt!
Respekt auch allen 153 Juroren, die insgesamt 1036 (!) Bewertungen abgegeben haben. Ihr seid einfach großartig!

Unbestechlich.
Die Kommentare der Jury, die in Auszügen nachzulesen ist. Es wird gelobt, aber auch getadelt. Bücher werden mit Attributen wie „phantasievoll, spannend, lustig“ versehen, aber auch als „nicht so toll, unschlüssig“ oder „ein bisschen langweilig“ bezeichnet.
Julia Breitenöder, mit der zusammen ich Ausstellung und Preisverleihung besuche, kann über ihr Buch Drachentage z  B. lesen: „Es ist ein sehr schönes Buch. Das ist nur zu empfehlen!“
Ich freue mich u. a. über:  „Es war sehr, sehr, sehr … spannend.“ Oder über: „Es ist witzig, weil Oma Dotti so lustige Ideen hat.“

Ach, wenn Kinder nur wüssten, wie sie uns Autorinnen und Autoren manche Tage versüßen.
♥♥♥
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Danke!
Wie schön, dass ich mit Pippa, die Elfe Emilia und die Katze Zimtundzucker auch auf der Liste der 60 Nominierungen vertreten bin. Zum Preis hat es nicht gereicht. Ich freue mich trotzdem wie Bolle. Ist doch eine tolle Sache, wenn man bedenkt, dass jedes Jahr rund 8000 neue Kinder- und Jugendbücher erscheinen. Da ist es schon eine Auszeichnung, unter den 60 ausgewählten Titeln zu sein.

Ehre, wem Ehre gebührt.
Das Siegerbuch der Kalbacher Klapperschlange 2013:
Nina Blazon: Laqua – Der Fluch der schwarzen Gondel
Siegerbuch der Altersgruppe 3. und 4. Klasse:
Sarah Bosse: Flos Tierpension
Siegerbuch der Altersgruppe 7. bis 9. Klasse:
John Green: Das Schicksal ist ein mieser Verräter

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  1. Wir bedanken uns ganz herzlich für Ihren Besuch mit der spontanen Signierstunde (das adelt unsere Veranstaltung) und den stimmungsvollen Bericht! Bis zum nächsten Jahr, wir freuen uns schon auf Sie…

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